Königliches Ambiente in Pillnitz

Pillnitz ist ein früherer Vorort (Eingemeindung 1950) und heutiger Stadtteil von Dresden im Ortsamtsbereich Loschwitz. Zusammen mit Hosterwitz bildet Pillnitz den statistischen Stadtteil Hosterwitz/Pillnitz.

Es ist in seiner gesamten Struktur dörflich erhalten, gehört zum sächsischen Weinanbaugebiet und liegt am rechten Elbufer etwa 15 km vom Stadtzentrum entfernt.

Überregionale Bekanntheit hat Pillnitz durch sein Schloss und den dazugehörigen Park mit der Pillnitzer Kamelie erlangt. In der über dem Elbufer in große Grünanlagen gebetteten Anlage, die zu den touristischen Attraktionen Dresdens zählt, richteten die der Bildwirkerei verschriebenen Textilkünstler Max Wislicenus und Wanda Bibrowicz im Jahr 1920 die Pillnitzer Werkstätten für Kunstweberei und Bildwirkerei ein, die bis zum Zweiten Weltkrieg bestanden.

Weltgeschichtliche Relevanz hatte die Pillnitzer Deklaration als Reaktion auf die Französische Revolution. Zudem werden hier im Institut für Obstzüchtung ständig neue Apfel- und Erdbeersorten entwickelt, von denen viele den Markt allerdings nie erreichen.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Pillnitz im Jahre 1335 unter dem Namen „Belennewitz“ und im Jahre 1350 unter dem Namen „Belanicz“. Als erster urkundlich erwähnter Grundherr tritt 1335 ein “Ludewicus de Belennitz“ auf. Weitere Quellen für diese Zeit sind bisher nicht bekannt.

Erst 1403 findet sich in Folge einer Übertragung des Pillnitzer Besitztums durch Markgraf Wilhelm von Meißen an die Ehefrau des Heinrich von Karaß eine weitere Quelle. In dieser Urkunde werden erstmals der Weinbau um Pillnitz, der Fischfang, der Meixgrund mitsamt seiner Mühle und zwei Gutshöfe erwähnt.

In der Folgezeit des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Pillnitz immer mehr zum Ausflugsziel der Bürger Dresdens. Durch die Errichtung der Dampferanlegestelle kam es zu einem Zuzug an Dresdner Bürgern (z. B. Carl Gustav Carus). Zahlreiche Ausflugsgaststätten lockten die Besucher an, die ab 1913 auch per Straßenbahn nach Pillnitz gelangen konnten. Am 25. Juni 1924 kamen Schloss und Park Pillnitz in staatlichen Besitz.

Während des Zweiten Weltkriegs dienten das Bergpalais und die Schlosskapelle als Auslagerungsstätten für einen Teil der Gemäldegalerie. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg diente Schloss Pillnitz für einige Monate als zentrales Sammeldepot für die geretteten Dresdner Kunstschätze, bevor sie zum Teil in die damalige Sowjetunion abtransportiert wurden. Bis 1962 nutzten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das Schloss als Ausstellungsstätte. Seit 1962 ist das Kunstgewerbemuseum im Wasser- und Bergpalais angesiedelt. Nach den Umbrüchen von 1989/90 wurde in Pillnitz viel restauriert. Das Kamelienhaus wurde neu errichtet.

Heute ist Schloss und Park Pillnitz aufgrund seiner Schönheit und Geschichte ein beliebtes Ausflugsziel für die Dresdner und Touristen aus aller Welt. Auch Veranstaltungen kommen nicht zu kurz. Eine Vielzahl von klassischen Konzerten finden jährlich in der historischen Kulisse statt. Ebenso ist Pillnitz fester Bestandteil des Elbhangfestes.